Freizeit und Kuktur

Vernissagen

Im Alter von 50 Jahren und mehr hat man oft bereits viel Zeit, um endlich den Dingen nachzugehen, an denen man richtig Spaß hat. Dazu gehört bei vielen Mitgliedern der Generation 50+ die Selbstverwirklichung durch das Malen von Gemälden. Mit viel Mühe gelingt es ihnen meist mit erstaunlich gutem Ergebnis ihre, über die Jahre hinweg groß gewordene, Lebenserfahrung in den Kunstwerken zu verewigen. Mindestens genauso schön ist es diese dann den interessierten Menschen in einer Ausstellung zeigen zu dürfen, um dann viele gute und auch kritische Rückmeldungen zur eigenen Arbeit zu erhalten. Früher war es zum Beispiel üblich, unmittelbar nach Fertigstellung des Bildes einen Schutzlack drüberzustreichen um so zu signalisieren, dass man die Arbeit fertiggestellt hat. Heute wird das zwar auch noch praktiziert, geschieht aber mehr beim Eröffnen der ersten Ausstellung.

Dieses Eröffnen nennt man in der Fachsprache auch Vernissage. Es ist vom französischen le vernis, „der Firnis“, „der Lack“, abgeleitet. Dabei handelt es sich um ein kleines Fest mit den nächsten Freunden und Bekannten, sowie Sponsoren (wenn es denn welche gibt). Als Höhepunkt der Feier überzieht der Maler des auszustellenden Bildes das wichtigste Kunstwerk eigenhändig mit klarem Schutzlack, um so zu zeigen, dass es entgültig fertig ist, indem er weitere Veränderungen unmöglich macht. Anschließend wird die Feier bei reichem Buffet mit den besten Freunden genossen. In manchen Kreisen ist es üblich, das Fest auch für unbekannte Passanten, die Interesse haben, zu eröffnen. Am Ende dieser Feierlichkeit wird ein rotes Band am Eingang durchschnitten um zu signalisieren, dass der Eintritt in die Ausstellung jetzt möglich ist. Und wer weiß, vielleicht wollen sie ja eines ihrer Bilder verkaufen und können aus ihrem Hobby einen netten Nebenverdienst machen?