Beruf und Bildung

Standvermögen, Ruhezeit?

Was gibt es schöneres, als sich im Verlauf der Mittleren Jahre zu fragen, wie das Leben als Rentner aussehen mag und man zu dem Ergebnis kommt, ja, man ist finanziell gut abgesichert und Ideen hat man auch in rauhen Mengen, diese Zeit befriedigend zu verbringen.


Ist das Vorruhealter schließlich erreicht, sieht die Realität oft anders aus, als vorgestellt. Ich möchte Sie nun fragen und Sie dabei begleiten, was hinter dem Wort Ruhestand sich verbergen könnte, was für eine "Ästhetik" dahinter stecken mag.


"Stehe ich ruhig" im Alter, bin ich an einen bestimmten "Stand" angekommen, an dem ich verweilen darf und mich ruhig fühlen kann? Ist eine bestimmte Zeitqualität für mich nicht mehr zugänglich, auch ein gewisses Temperament nicht mehr? Bin ich eine Art Standuhr, die stehengeblieben ist, aber ruhig und mayestätisch "im Raume glänzt"? Haben Sie Sich einmal Zeit genommen, sich Gedanken über diesen Begriff zu machen? Wie erleben Sie sich als Ruheständler oder als Angehöriger der Generation 50 plus?


"Ruhe" könnte bedeuten, sich einer inneren Regung zu bedienen, die zwar wachsam, aber mit einem bestimmten Abstand ihre Aussenwelt wahrnimmt, also einen Stand einnimmt, der nicht isoliert, aber auch nicht verschmilzt. 50 plus könnte eine Art Reifeprozess darstellen, an dem es keinen Stillstand geben darf, aber Bewegung sich in einem ruhigen, kontemplativen Fluss bewegt. Als Ruheständler nehmen Sie sich als reifen, erfahrenen Menschen wahr, der in Kontakt mit der jüngeren Generation ist, dieser Wissen vermitteln kann und auch von ihr lernen kann. Die Generation 50 plus sollte aber auch bedenken, daß sie einem Jugendwahn nicht hinterher zu laufen braucht und für sich durchaus Ruhe sowie einen hohen Stand in der Gesellschaft beanspruchen darf.