Freizeit und Kuktur

Anonyma

Dieser Film ist gerade für die Generation 50plus sehenswert, weil die Älteren die Kriegszeit noch erlebt haben und die 50er deren Folgen.

Der Film arbeitet ein Tabu-Thema auf, mit dem die Betroffenen völlig alleine gelassen wurden. Es wurden ihnen keine Psychologen zur Aufarbeitung an die Seite gestellt, und das Thema wurde einfach verdrängt. Als die Verfasserin des Tagebuches, um das es in dem Film geht, im Jahre 1958 damit an die Öffentlichkeit trat, wurde sie dermaßen angegriffen - man legte ihr Unmoral und ein abwertendes Ansehen der deutschen Frauen zur Last- , dass sie zu Lebzeiten eine Veröffentlichung verboten hat. Auch verbat sie sich, ihren Namen zu erwähnen.

Und das, wo jeder wußte, dass Vergewaltigungen in Massen zu Kriegszeiten stattgefunden haben. Wer will da den ersten Stein werfen, auf Frauen, die sich nicht damit abfinden wollten, zugrunde zu gehen, sondern sich zu arrangieren, ums Überleben zu kämpfen?

Doch der Film zeigt auch, dass es auf jeder Seite auch gute Menschen gab. Menschen, die Mitgefühl und Achtung für den Anderen hatten. Er zeigt, dass Menschen, die zu den Tätern gehörten, nicht damit fertig geworden sind, was sie anderen antun mußten.

Schlimm ist nur, dass dieses Thema kein Ende finden wird, denn Mißbrauch an schwächeren Menschen findet auch außerhalb von Kriegen statt und wird wohl immer stattfinden, solange der Mensch so konzipiert ist, wie er ist!